JAPANS RÜCKGANG DER GEBURTSRATEN: VON DER NACHKRIEGSBLÜTE ZU REKORDTIEFSTÄNDEN – EIN 70-JÄHRIGER TREND Die Gesamtfruchtbarkeitsrate Japans (TFR, durchschnittliche Kinder pro Frau) ist seit den 1950er Jahren stark gesunken, von über 3,6 im Jahr 1950 auf etwa 1,2–1,3 in den letzten Jahren – weit unter dem erforderlichen Ersatzniveau von 2,1 für die Stabilität der Bevölkerung. Dieser langfristige Rückgang hat sich in den letzten Jahrzehnten beschleunigt, bedingt durch eine Mischung aus wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Faktoren. Die Hauptgründe für den fortwährenden Rückgang sind: •Wirtschaftlicher Druck – Stagnierende Löhne, hohe Lebenshaltungskosten/Erziehungskosten, Arbeitsplatzunsicherheit (insbesondere für junge Männer) und teure Wohn- und Kinderbetreuungskosten lassen die Gründung von Familien unerschwinglich erscheinen. •Verzögerte oder vermiedene Eheschließung – Das durchschnittliche Heiratsalter ist stark gestiegen (von etwa 23 für Frauen im Jahr 1950 auf etwa 29–30 heute), wobei viele sich entscheiden, länger oder dauerhaft ledig zu bleiben, um sich auf die Karriere zu konzentrieren und traditionellen Geschlechterrollen zu entkommen. •Ungleichgewicht zwischen Arbeit und Leben – Eine intensive Unternehmenskultur, lange Arbeitszeiten und begrenzte Flexibilität erschweren die Balance zwischen Karriere und Familie – insbesondere für Frauen, die immer noch die meisten Lasten der Kinderbetreuung und Hausarbeit tragen. •Geschlechternormen und -erwartungen – Das Bestehen traditioneller Arbeitsteilungen discouragiert Frauen, Kinder zu bekommen, während sie Karriere machen; viele entscheiden sich für weniger Kinder oder gar keine. •Spätere Kindergeburten und Unfruchtbarkeit – Aufgeschobene Familien reduzieren die vollendete Fruchtbarkeit; gesellschaftliche Veränderungen hin zu Individualismus und kleineren Familien verstärken den Trend. Das Ergebnis: Die Bevölkerung Japans schrumpft rapide, während Herausforderungen einer alternden Gesellschaft wie Arbeitskräftemangel, angespannte Rentensysteme und wirtschaftliche Stagnation drohen. Hier ist eine Zusammenfassungstabelle des Rückgangs der TFR Japans in den letzten 70+ Jahren (Daten zusammengestellt von UN, Weltbank, Macrotrends und nationalen Quellen; ungefähre Werte zur Veranschaulichung): •1950: ~3,6 •1960: ~2,0 (Rückgang nach dem Babyboom) •1970: ~2,1 •1980: ~1,75 •1990: ~1,54 •2000: ~1,36 •2010: ~1,39 •2020: ~1,33 •2023: ~1,20 (Rekordtief) •2024/2025 Schätzung: ~1,22–1,37 (leichte Schwankungen, aber immer noch kritisch niedrig) Der steile Fall von den Höchstständen der 1950er Jahre auf Werte unter 1,4 spiegelt breitere gesellschaftliche Veränderungen in entwickelten Ländern wider, aber Japans Kombination aus wirtschaftlicher Stagnation und starren Normen hat es zu einem der extremsten Fälle gemacht. Was denken Sie, könnte diesen Trend umkehren – bessere Arbeits- und Lebensrichtlinien, Einwanderung oder kulturelle Veränderungen? Die Geschichte Japans ist eine Warnung für viele alternde Gesellschaften. 📉🇯🇵