Piketty liegt sowohl über die Vergangenheit als auch über die Zukunft falsch. Mein kommendes Buch, das zwar nicht direkt über Piketty handelt, zeigt genau das. Es zeigt, dass die Ära von 1870 bis 1910 in Amerika – als die Märkte ziemlich offen und umkämpft waren und Menschen sowie Kapital sich frei bewegen konnten – die erste Ära des egalitären Wachstums war. Die Lebensstandards der unteren 90 % stiegen genauso schnell wie die der oberen 1 %. Und das schnell war wirklich schnell (mehr als 2,5 % pro Jahr, Jahr für Jahr). Der Punkt, den wir JETZT zu erkennen beginnen müssen, ist, dass Märkte von Natur aus egalitäre Kräfte sind. Staatliche Lösungen können hier und da das Wachstum für die Menschen am unteren Ende fördern, aber staatliche Lösungen öffnen oft die Tür zu Rent-Seeking, politischer Spezialisierung und Patronage, die inegalitäres Wachstum und langsameres Gesamtwachstum erzeugen können. Mit umkämpften Märkten ist elitäres Vermögen nicht sakrosankt. Mit sicheren Eigentumsrechten können Innovationen Spillover-Effekte für viele haben, sind aber dennoch ausreichend belohnend für den Innovator, um sie zu unternehmen und anzunehmen. Mit offenen Märkten kann man schlechten Situationen entkommen und sich in Bereiche oder Industrien mit Chancen bewegen. Mit starkem Schutz des Eigentums kommen (als Werkzeug dafür) Barrieren gegen politische Spezialisierung und Rent-Seeking, die den crony Kapitalismus atrophieren (was das Wachstum verlangsamt und inegalitär ist). Ja, einige Funktionen des Staates können egalitär sein, aber sie sind bescheidene Ergänzungen zu dem, was ich gerade beschrieben habe. Offene und umkämpfte Märkte sind die ultimative egalitäre Kraft, die wir jemals eingesetzt haben, um eine wachsende Gesellschaft zu erzeugen.